Kurz gesagt
Für eingespeisten Strom aus einer kleinen Anlage mit Teileinspeisung zahlt das EEG derzeit 7,70 ct/kWh. Haushaltsstrom kostet im Schnitt 37,0 ct/kWh. Wer die Kilowattstunde stattdessen ins Auto lädt, spart also rechnerisch 29,30 Cent gegenüber dem Verkauf ins Netz. Der ADAC rechnet für das Laden mit eigener Photovoltaik mit 18 ct/kWh.
Warum Eigenverbrauch mehr bringt als Einspeisung
Die Logik ist eine Subtraktion. Speisen Sie ein, bekommen Sie die Vergütung. Verbrauchen Sie selbst, sparen Sie den Bezugspreis und verzichten auf die Vergütung. Der Vorteil ist die Differenz aus beidem.
Was eine Kilowattstunde wert ist
Einspeisevergütung gegen Bezugspreise, jeweils in Cent je Kilowattstunde
Werte als Tabelle
| Posten | Cent je kWh |
|---|---|
| Einspeisung ins Netz (EEG, bis 10 kWp) | 7,70 ct |
| Laden mit eigener Photovoltaik (ADAC-Szenario) | 18 ct |
| Haushaltsstrom 2026 (BDEW) | 37,0 ct |
| Haushaltsstrom amtlich, 2. Halbjahr 2025 | 40,55 ct |
Der zweite Balken ist kein Marktpreis, sondern die Annahme, mit der der ADAC in seinem Kostenvergleich das Laden mit eigener Anlage bewertet. Er liegt bewusst über der reinen Einspeisevergütung, weil eine Anlage Anschaffung, Wartung und Speicherverluste mitbringt.
Die Einspeisevergütung heute
Die Vergütung sinkt in Stufen. Für Anlagen auf Gebäuden bis 10 Kilowatt Peak mit Teileinspeisung nennt die Bundesnetzagentur aktuell 7,70 ct/kWh, gültig für Anlagen mit Inbetriebnahme im laufenden Zeitfenster. Wer heute plant, sollte den Wert vor Vertragsschluss prüfen, denn er gilt jeweils nur für ein halbes Jahr.
Für die Wallbox folgt daraus eine einfache Reihenfolge: Erst das Auto laden, dann den Rest einspeisen. Genau umgekehrt lohnt es sich nicht.
Überschussladen im Alltag
Viele Wallboxen können Überschussladen: Sie laden nur mit dem Strom, der gerade übrig ist. Das klingt elegant und hat zwei Haken. Erstens braucht es dafür die Messwerte des Hausanschlusses, also passende Technik im Zählerschrank. Zweitens sinkt die Ladeleistung mit jeder Wolke, weshalb die Ladung länger dauert als am Netz.
Im Alltag heißt das: An sonnigen Tagen lädt das Auto tagsüber, an trüben Tagen und im Winter kommt der Strom aus dem Netz. Wer täglich zur festen Zeit voll sein muss, kombiniert beides und lässt die Wallbox ab einer bestimmten Uhrzeit auf Netzstrom umschalten.
Weil neue Anlagen unter § 14a EnWG fallen, kann der Netzbetreiber die Leistung in Spitzen begrenzen. Für Überschussladen ist das selten relevant, weil die Leistung dann ohnehin niedrig ist. Details in § 14a EnWG erklärt.
Was das über ein Jahr ausmacht
Setzen Sie im Ladekosten-Rechner den Strompreis auf das PV-Szenario mit 18 ct/kWh, und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Haushaltspreis. Der Unterschied ist der Betrag, den eine Anlage über das Laden hereinholt, bevor Haushaltsverbrauch und Einspeisung überhaupt berücksichtigt sind.
Wo die Rechnung endet
Wir rechnen hier nicht die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage aus. Dafür bräuchte es Anschaffungspreis, Ausrichtung, Verschattung, Eigenverbrauchsquote und die Frage nach einem Speicher, und jede dieser Zahlen ist hausindividuell. Was wir zeigen, ist der Preisunterschied zwischen den beiden Verwendungen einer selbst erzeugten Kilowattstunde. Alles Weitere gehört in ein Angebot für Ihr Dach.