Kurz gesagt
Ladezeit in Stunden ist die nachzuladende Energie in Kilowattstunden geteilt durch die Ladeleistung in Kilowatt. Für den VW ID.3 nennt der ADAC an der Haushaltssteckdose fast 16 Stunden und an einer 11-kW-Wallbox rund 5 Stunden für eine Vollladung. Wer täglich nur die gefahrene Strecke nachlädt, braucht deutlich weniger: im Beispiel unten 35 min an 11 kW.
Die Formel
Ladezeit = Energie geteilt durch Leistung. 20 Kilowattstunden bei 11 Kilowatt ergeben also etwa 1,8 Stunden, also knapp 110 Minuten. Mehr braucht es für eine Überschlagsrechnung nicht.
Wichtig ist nur, die richtige Energiemenge einzusetzen. Für eine Vollladung ist das die Kapazität der Batterie, im Alltag dagegen der Verbrauch der gefahrenen Strecke. Der zweite Fall ist der häufigere.
Wie lange eine Vollladung dauert
Vollladung eines VW ID.3
Angaben des ADAC zum Unterschied zwischen Steckdose und Wallbox
Werte als Tabelle
| Posten | Dauer |
|---|---|
| Haushaltssteckdose | fast 16 h |
| Wallbox mit 11 kW | rund 5 h |
Der Faktor drei ist der Grund, warum die Schuko-Steckdose keine Dauerlösung ist. Dazu kommt, dass eine Haushaltssteckdose für stundenlange Volllast nicht gebaut ist. Für gelegentliches Nachladen mag sie genügen, für den Alltag nicht.
Der Tagesbedarf ist die realistischere Größe
Kaum jemand fährt die Batterie leer und lädt sie komplett voll. Realistischer ist die Frage: Wie lange dauert es, den Verbrauch eines durchschnittlichen Tages nachzuladen? Bei 15.000 km im Jahr und einem Verbrauch von 15,5 kWh/100 km sind das rund 6,4 Kilowattstunden pro Tag.
Nachladen von 6,4 kWh
Rechnerische Dauer bei drei Ladeleistungen
Werte als Tabelle
| Posten | Dauer |
|---|---|
| Mindestleistung nach § 14a (4,2 kW) | 1 h 31 min |
| Wallbox mit 11 kW | 35 min |
| Wallbox mit 22 kW | 17 min |
Zwischen 11 und 22 Kilowatt liegen hier gut zwanzig Minuten, die nachts niemand merkt. Das ist neben der aufwendigeren Anmeldung der Hauptgrund, warum sich die meisten Haushalte für 11 kW entscheiden. Die Regeln dazu stehen in Wallbox anmelden.
Was die Mindestleistung nach § 14a bedeutet
Selbst wenn der Netzbetreiber eine steuerbare Wallbox drosselt, bleibt die Ladung nicht stehen: 4,2 kW müssen verfügbar bleiben. Die Bundesnetzagentur beschreibt das anschaulich als rund 50 km in zwei Stunden Reichweite. In unserem Beispiel deckt eine Drosselung auf diese Leistung den Tagesbedarf in 1 h 31 min.
Warum die Praxis langsamer ist
- Ladeverluste: Ein Teil der bezogenen Energie landet nicht in der Batterie, sondern wird als Wärme frei. Die Rechnung oben lässt sie außen vor.
- Der Bordlader: Nimmt das Auto an Wechselstrom nur 11 kW an, bringt eine 22-kW-Wallbox nichts.
- Die Ladekurve: Gegen Ende drosselt das Fahrzeug selbst, damit die Zellen geschont werden. Die letzten Prozent dauern deshalb am längsten.
- Kälte: Im Winter geht ein Teil der Leistung in die Temperierung der Batterie.
Für die Kostenseite ist das alles zweitrangig: Was zählt, ist die nachgeladene Energie mal Ihr Arbeitspreis. Genau das rechnet der Ladekosten-Rechner, inklusive der Ladezeit für den Tagesbedarf.